Debian

Version
4.0r5
Lizenz
Freeware OpenSource
Sprachen
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Website
http://www.debian.org
Author
Debian Projekt

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Zur Installation können entweder sogenannte Netinst-Pakete verwendet werden, bei der die benötigte Software automatisch über das Internet nachgeladen wird oder ein vollständiges CD-Image heruntergeladen werden oder mehrere DVD-Images, die sämtliche von Debian bereitgestellte Software enthalten.

Debian ist ein freies Betriebssystem. Im Moment verwendet Debian den Linux-Betriebssystemkern. Weil die meisten grundlegenden Systemwerkzeuge vom GNU-Projekt stammen, wird auch von Debian GNU/Linux gesprochen. Debian enthält eine große Auswahl an Anwendungsprogrammen und Werkzeugen; derzeit sind es über 18.500 Programmpakete. Neben Debian GNU/Linux mit dem Linux-Kernel existierten auch Varianten mit anderen Kerneln, die sich zur Zeit noch in Entwicklung befinden. Die aktuelle stabile Version heißt Debian Etch.

Veröffentlichungen

Von Debian werden zu jedem Zeitpunkt vier Varianten (Releases) parallel angeboten: oldstable (dt. alt stabil), stable (dt. stabil), testing (dt. prüfen) und unstable (dt. instabil).

oldstable
oldstable ist der Vorgänger der aktuellen stable. Debian empfiehlt zwar auf die jeweils aktuelle stable-Version zu updaten, unterstützt oldstable aber mindestens noch ein Jahr mit Sicherheitsupdates.
stable
stable ist die zuletzt veröffentlichte offizielle Version. Dort sind alle Pakete gut getestet und aufeinander abgestimmt und Sicherheitsupdates schnell verfügbar. Debian veröffentlicht im Moment etwa alle 18 Monate eine neue Version. Da stable nach der Veröffentlichung einer neuen stable als oldstable noch eine gewisse zeit weiter lebt, gilt stable als geeigneter Kandidat für Server-Systeme, die lange Zeit sehr stabil laufen müssen, und einen Einsatz im Unternehmensumfeld gewährleisten.
testing
testing ist der Kandidat für die nächste Veröffentlichung. Direkt nach einer Veröffentlichung sind testing und stable identisch. Anschließend werden nach und nach Updates und neue Anwendungspakete in testing eingebunden. testing ist also kein fester Satz von Programmpaketen, wie bei Veröffentlichungen von Linux-Distributionen üblich, sondern entwickelt sich ständig weiter. Dabei bleibt das System im Normallfall immer voll einsatzfähig. Daher ist es möglich, täglich zu prüfen, welche der auf dem Rechner installierten Pakete in neuer Version vorliegen und diese zu installieren. Dieses Verfahren wird häufig für Arbeitsplatzrechner genutzt, weil man dort weniger auf Stabilität und etwas mehr auf neue Software und Unterstützung aktueller Hardware angewiesen ist. So konnte die Unterstützung von OpenDocument in stable erst circa zwei Jahre nach anderen Distributionen angeboten werden, während es für die Anwender von testing zu keiner wesentlichen Verzögerung kam. Einige Monate vor der Veröffentlichung einer neuen stable-Version wird testing in Bezug auf neue Programme und Programmversionen eingefroren („freeze“). Änderungen beziehen sich in dieser Phase bis auf Ausnahmen nur noch auf die Beseitigung von beim Test aufgetretenen Fehlern. Dabei wird mehr Wert auf die Beseitigung als schwer eingestufter Fehler gelegt als auf die Einhaltung von im Vorfeld angekündigten Terminen. Die letzten Veröffentlichungen verzögerten sich dadurch gegenüber der ursprünglichen Planung um mehrere Monate. Die ständigen Änderungen bergen das Risiko von Installationsfehlern, die das laufende System beeinträchtigen können. Wie dieses Risiko im Vergleich zu den ebenfalls nicht fehlerfreien statischen Veröffentlichungen anderer Distributionen einzuschätzen ist, ist Gegenstand emotionaler Diskussionen.
unstable
unstable ist der erste Anlaufpunkt für neue Versionen von Paketen und Programmen, bevor sie in testing integriert werden. Dort werden sie auf Fehler geprüft. unstable ist weniger für den produktiven Einsatz gedacht als für das Testen neuer Paketversionen. Wer unstable verwendet, muss damit rechnen, mit Programmfehlern konfrontiert zu werden, die aus mangelndem Zusammenspiel mit anderen Softwarekomponenten resultieren. Wurden innerhalb der Testzeit (meistens zehn, gelegentlich fünf, bei dringenden Paketen zwei oder sogar null Tage) keine schweren, für das Release entscheidenden Fehler („release-critical bugs“, „RC-Bugs“) gefunden und sprechen keine anderen Gründe wie das zurückhalten einzelner Pakete durch das Release-Team oder nicht erfüllte Abhängigkeiten dagegen, wird das Paket in testing aufgenommen.
experimental
Vereinzelt wird experimental als Vorstufe für unstable benutzt. In experimental werden Änderungen ausprobiert, die umfangreiche Auswirkungen auf das gesamte System haben können. So wurde der Übergang des X Window Systems von XFree86 auf X.Org in experimental erprobt. experimental ist keine vollständige Sammlung von Paketen. Es enthält nur, was gerade einer besonderen Untersuchung bedarf.

 

Jede Version hat einen Codenamen, der von Charakteren des Films Toy Story stammt. Zur Zeit ist „Etch“ (4.0) stable und „Lenny“ (5.0) der Name des testing-Zweigs. unstable wird immer „Sid“ genannt. Sid war im Film Toy Story der Junge von nebenan, der Spielzeuge kaputt gemacht hat. Viele sehen es auch als Backronym für „still in development“ (noch in Entwicklung) oder als rekursives Akronym für „sid is dangerous“ (sid ist gefährlich).

Projekt

Das Debian-Projekt wurde durch Ian Murdock am 16. August 1993 ins Leben gerufen. Heute arbeiten über 1.000 Personen mit, die das System zusammenstellen. Debian ist eine der wenigen Distributionen, die sich GNU/Linux nennen (siehe GNU/Linux-Namensstreit). Das Debian-Projekt folgt damit der Auffassung der Free Software Foundation, dass das Linux genannte Betriebssystem eine Variante des GNU-Systems ist. Debian-Entwickler kann jeder werden, der das sogenannte New-Maintainer-Verfahren erfolgreich durchläuft, das die Bewerber unter anderem darauf testet, ob sie die Ideologie des Projekts teilen.

Da sich der Name der Distribution von den Vornamen des Debian-Gründers Ian Murdock und seiner Frau Debra ableitet, wird er auch „deb ian“ [dɛbˈiːjən] ausgesprochen.

Das System ist bekannt für sein Paketmanagement-System APT. Mit diesem ist es möglich, alte Versionen von Debian GNU/Linux durch aktuelle zu ersetzen oder neue Softwarepakete zu installieren. Es ist ebenfalls dafür zuständig, alle von einem Programm benötigten Abhängigkeiten aufzulösen, also alle Programmpakete zu installieren, welche die gewünschte Software benötigt.

Organisation

Das Debian-Projekt konstituiert sich durch die Debian-Verfassung. Sie regelt die demokratische Organisationsstruktur mit regelmäßigen Wahlen. Darüber hinaus verpflichtet sich das Projekt mit dem Gesellschaftsvertrag Debian Social Contract zu freier Software.

Seit dem 26. April 2004 ist die Version 1.1 des Gesellschaftsvertrages gültig. Die eigentliche inhaltliche Änderung besagt, dass alle Komponenten des Debian-Systems (im Hauptzweig main) frei sein müssen, nicht mehr nur die Software. Die Debian-Richtlinien für Freie Software beziehen sich also nicht mehr nur auf freie Software, sondern allgemein auf freie Werke. Da diese Auswirkungen einer als „editoriell“ bezeichneten Änderung für viele Entwickler überraschend war, wurde in einer zusätzlichen Abstimmung im Juli 2004 beschlossen, dass diese Änderung erst nach dem Release von Sarge im Juni 2005 wirksam wird.

Debian Social Contract

Der Debian Social Contract (dt. Debian-Gesellschaftsvertrag) ist eine vom Debian-Projekt beschlossene, öffentliche Richtlinie, die Grundlagen regelt, wie die freie Software Debian hergestellt, verteilt und betreut wird. Der Gesellschaftsvertrag geht auf einen Vorschlag von Ean Schuessler zurück. Bruce Perens entwarf eine erste Version des Dokumentes, das dann mit anderen Debian-Entwicklern im Juni 1997 verfeinert wurde, bevor es als öffentliche Richtlinie akzeptiert wurde. Version 1.0 wurde am 5. Juli 1997 ratifiziert. Am 26. April 2004 wurde die überarbeitete Version 1.1 ratifiziert. Sie ersetzt seitdem ihren Vorgänger.

Ein besonders bedeutender, auch über das Debian-Projekt hinaus genutzter Teil des Vertrages sind die Debian-Richtlinien für Freie Software (DFSG). Die Gemeinschaft um die Etablierung des Begriffes Open Source in der Öffentlichkeit verwendete diese als Grundlage um ihre Definition von Open Source zu verfassen. Bruce Perens verallgemeinerte die Richtlinien, indem er Debian aus dem Text strich, um The Open Source Definition (dt. Die Open Source Definition) zu schaffen. Sie wird seitdem von der Open Source Initiative (OSI) verwendet. Mit der Zeit haben sich hier allerdings einige Unterschiede ergeben.

Die im Vertrag festgehaltene Verpflichtung zur Bereitstellung von freier Software wird vom Debian Projekt sehr ernst genommen. Zentrale Diskussionen im Linux-Umfeld werden maßgeblich vom Projekt bestimmt wie die konsequent freie Dokumentation der Programme (Diskussion über die GFDL) oder die Vermeidung von Markennamen, weil ein Hersteller darüber das Projekt beeinflussen kann (Iceweasel statt Firefox).

Debian und Sicherheit

Softwareprobleme werden öffentlich behandelt, so auch sämtliche Sicherheitsprobleme. Aspekte der Sicherheit werden öffentlich auf der debian-security-announce-Mailingliste diskutiert. Debians Sicherheitsgutachten werden über eine öffentliche Mailingliste gesendet (sowohl innerhalb als auch außerhalb) und auf einem öffentlichen Server bekannt gegeben. Von dieser Verfahrensweise verspricht man sich ein schnelleres Auffinden von Sicherheitslücken und damit die Möglichkeit, diese eher beheben zu können. Die entgegengesetzte Herangehensweise des Security through obscurity wird dagegen als nicht praktikabel angesehen. Die Tatsache, dass die Weiterentwicklung der Distribution öffentlich sichtbar unter Beteiligung einer Vielzahl von Personen geschieht, erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen. Beispielsweise werden Änderungen an Paketen grundsätzlich mit einem verifizierbaren Schlüssel digital signiert. Beim Anwender wird dann vor der Installation die Gültigkeit der Signatur überprüft. Diese Maßnahme soll es Dritten erschweren, schädliche Software in Debian-Pakete einzuschleusen.

Die Paketbetreuer passen die Sicherheitsaspekte ihrer jeweiligen Software an die allgemeinen Grundsätze von Debian an. Daher sind Dienste nach der Installation oft „sicher voreingestellt“, was von einem Benutzer als „Einschränkung“ empfunden werden kann. Dennoch versucht Debian, Sicherheitsaspekte und einfache Administration abzuwägen. Zum Beispiel werden Dienste wie ssh und ntp nicht inaktiv installiert, wie es bei den Distributionen der BSD-Familie üblich ist.

Wenn ein Sicherheitsproblem in einem Debian-Paket entdeckt wurde, wird es zusammen mit einer Einschätzung der dadurch entstehenden Gefahr direkt veröffentlicht. Parallel wird so schnell wie möglich ein Sicherheitsupdate dieses Pakets vorbereitet und auf speziellen Servern veröffentlicht. Kritische Sicherheitslücken werden auf diese Weise häufig innerhalb von Stunden geschlossen.

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