Arch Linux

Version
2009.08
Lizenz
Freeware (GPL) OpenSource
Sprachen
  • de
  • en
  • weitere
Grösse
ca.: 139 MB
Website
http://www.archlinux.de
Author
Arch Linux Team

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Arch Linux ist eine i686-optimierte Linux-Distribution nach dem KISS-Prinzip. Aufgrund dieses minimalistischen Ansatzes ist Arch Linux als Distribution für fortgeschrittene Benutzer zu sehen, da auf grafische Installations- und Konfigurationshilfen zu Gunsten der Einfachheit verzichtet wird. Arch Linux wurde Anfang 2001 von Judd Vinet eingeführt, inspiriert von CRUX Linux und BSD. Am 1. Oktober 2007 gab Vinet seinen Rücktritt als Projektleiter bekannt, sein Nachfolger wurde Aaron Griffin.

Arch Linux wird von einem ungefähr 25-köpfigen Kernteam und Helfern aus der wachsenden Community, sogenannten „Trusted Users“, weiterentwickelt. Sämtliche distributionsspezifischen Entwicklungen werden unter der GPL veröffentlicht. In Deutschland erlangte die Distribution besondere Bekanntheit als Beilage der Zeitschrift LinuxUser. Bei der 2007er Ausgabe der jährlich stattfindenden Umfrage zur Nutzung von Linux-Distributionen durch die Website desktoplinux.com kam auf eine Nennungshäufigkeit von etwa 2,5 %, was vergleichbar mit Knoppix oder Slackware ist.

Besonderheiten der Distribution

Arch Linux ist eine komplette Neuentwicklung, die mit LFS erstellt wurde, orientiert sich aber neben CRUX noch an diversen anderen Distributionen. Man kombiniert den Aufbau eines Slackware-Linux respektive eines BSD-Systems mit einer Debian-ähnlichen Paketverwaltung und dem Build-System von Gentoo. Ähnlich wie in Gentoo sind die Releases lediglich Snapshots vom momentanen Entwicklungsstand.

Das System kann BSD-typisch fast ausschließlich über eine einzige Datei (/etc/rc.conf) konfiguriert werden. Es werden nicht wie bei anderen Distributionen eigene Konfigurationsprogramme und -dateien verwendet. Konfigurationsprogramme für Anwendungs- und Serverprogramme gibt es nicht, stattdessen wird auf die Originaldokumentation und -konfiguration verwiesen, so dass allgemeine HowTos und Anleitungen herangezogen werden können.

Philosophie

Arch Linux wurde als „Basis-Betriebssystem für fortgeschrittene Anwender“ entwickelt. Die Philosophie von Arch Linux basiert auf folgenden drei Punkten:

  • Einfach halten, nicht überladen. Folge dem KISS-Prinzip.
  • Keine GUIs zur Konfiguration benutzen, die die eigentlichen Vorgänge vor dem Benutzer verstecken.
  • Arch erlaubt jedem Anwender alles zu installieren, was nicht gegen die Ideale von Arch Linux verstößt.

Paketverwaltung

Arch Linux ist auf den Einsatz von Binärpaketen ausgelegt. Grundsätzlich werden Pakete mit der eigens entwickelten Paketverwaltung Pacman organisiert, zusätzlich können mit dem Arch Build System (ABS) neue Pakete für Software, die nur im Quellcode vorliegt, erstellt werden.

Pacman

Pacman ist ein Paketmanager, der speziell für Arch Linux entwickelt wurde, aber auch, trotz seines recht frühen Entwicklungsstandes, bei anderen Linux-Distributionen zum Einsatz kommt. Pacman kann Abhängigkeiten auflösen und automatisch alle notwendigen Pakete von den Arch Repositories herunterladen, installieren, aktualisieren und auch wieder entfernen, vergleichbar mit Debians APT. Das besondere an Pacman ist dessen konsequente Anwendung auch bei lokalen Quellen, die meistens als von ABS erstellte Pakete vorliegen.

Arch Build System (ABS)

Das Arch Build System ist eine Ports-ähnliche Paketverwaltung. Arch nutzt dabei jeweils eine Textdatei mit dem Namen PKGBUILD, die unter anderem die Anweisungen zum Runterladen und Konfigurieren der jeweiligen Programme enthält. Der Nutzer kann mit dieser Datei die in der Paketverwaltung von Arch enthaltenen Programme seinen eigenen Bedürfnissen anpassen, indem er beispielsweise einen Patch einfügt. Das Programm makepkg führt diese Anweisungen aus und kompiliert und/oder bereitet die Pakete zur Installation durch pacman vor. Ein Arch-Paket ist im Grunde nicht mehr als ein komprimiertes tar-Archiv, das neben den zu installierenden Dateien noch eine Datei (.PKGINFO) mit allen Metadaten enthält, die Pacman für den Umgang mit Paketen benötigt.

Zusätzlich bietet ABS die Möglichkeit, das komplette System mit eigenen Compiler-Flags neu zu bauen.

Das ArchLinux User-community Repository (AUR), ein System, in dem Nutzer der Community PKGBUILDs für nicht unterstütze Programme bereitstellen, verwendet ebenfalls makepkg, um Pakete für pacman zu erstellen.

Entwicklungszweige

Der Arch Linux „package tree“ ist in fünf Entwicklungszweige aufgeteilt. Der Hauptteil der Entwicklungsarbeit findet im Testing-Zweig statt, wohingegen Core für Produktivsysteme gedacht ist.

  • Core enthält alle Pakete, um ein minimales Linux-System zu erstellen.
  • Extra enthält Pakete, die nicht für ein Basissystem gebraucht werden, meist Core-Alternativen
  • Testing enthält alle Pakete, die fehlerbehaftet sein könnten und noch getestet werden müssen
  • Community enthält Pakete, die von den Entwicklern nahestehenden Arch-Linux-Benutzern, den sogenannten „Trusted Users“ erstellt wurden
  • Unsupported enthält keine Pakete, sondern bezeichnet die Bereitstellung von PKGBUILDs im sogenannten ArchLinux User-community Repository (AUR)

Zusätzlich existieren noch inoffizielle Repositories, die von Dritten bereit gestellt werden und hauptsächlich angepasste oder neuere Versionen der Softwarepakete anbieten.

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